Wolf, Sänger und Gitarrist, Songschreiber und Schauspieler, der sich dann doch für die Musik entschied, Gründer dieser ganzen Formation, sieht seine Musik als Soundtrack des Lebens. Wahrheit oder Fiktion? Dort, wo beides miteinander verschmilzt, wird es spannend.
„Ich möchte beobachten und Geschichten erzählen, möglicherweise entstanden in der Realität, aber mit einer unerwarteten Wendung in ein Anderes, ein Paralleluniversum. Eine Wendung, die permanent zur Verfügung steht. Eine Möglichkeit, sein Leben jeden Moment in anderen Bahnen laufen zu lassen. Auch für die Länge eines Songs.“

TEASERAMA zum Ersten:


Das nenn’ ich Kontakt: Ein Telefonat, Olaf Sommer war interessiert, und es dauerte nicht lange, und TEASERAMA war komplett. Olaf spielte sich damals mit „Overhead“, einer gut gebuchten Funkband, durch die Berliner Clubs. Bei „uns“ (Ich, Wolf Schilhab: Gesang, Gitarre, Martin Trümper: Schlagzeug und Jürgen Friedrichs: Bass) sollte er etwas völlig anderes machen und trotzdem seine erworbenen Skills nutzen. Ich war mir sicher: Seine Gitarre war unser „Missing Link“.

Eine richtige Rockband sollte TEASERAMA werden, mit jaulenden Gitarren und so. Es war die Zeit: Neil Young machte es, Curt Cobain feierte es. Wir erinnerten uns an Bands wie Police oder gar Cream. Jimi Hendrix war für kurze Zeit auferstanden. Punk war auch noch da, aber wir, bei allen Bemühungen, gerieten dann doch etwas zu lyrisch. So hart waren wir dann wohl doch nicht. „Zu viel Midtempo“, hörte ich immer. Und doch war dies der vage, zögerliche Beginn, sich an einem neuen Stil zu versuchen. Etwas subtiler durfte es dann schon sein. TEASERAMA war der Traum von vier Typen, die als Einer auftraten. Auf Partys, in Clubs, bei Konzerten etc., die sich dann doch etwas zu wichtig nahmen.

Jürgen, der mit seiner ruhigen, ausgeglichenen Art und einem Bass, der genau wusste, was er tat, immer eine feste Konstante war, verließ die Band und zog in die Schweiz. Das Gleichgewicht einer guten Bandchemie war hinüber. Nach kläglichen Versuchen, neue Bassisten einzuarbeiten, brach die Band auseinander. Wir hatten aufgehört, miteinander zu reden, wo es nötig gewesen wäre. Nun rächte sich der ganze „all the young dudes“-Wahn. Aber große Jungs weinen halt nicht.

TEASERAMA 1 war Geschichte, dann auch die Trennung von Olaf. Ich musste mal durchatmen. Ein Resümee ziehen. Und nach einiger Zeit Martin zufällig (?) in einer Kneipe wieder treffen.
Martin spielt Drums und Percussion. Außerdem kann er beim Spielen seiner vielen Paradiddles immer noch einen anständigen Ton herausbringen. Ein Schlagzeuger, der singen kann! Gibt es so viele nicht. Martin und ich kennen uns am längsten. Beim Start von TEASERAMA spielt er in einer Formation mit dem drolligen Namen „Weltpinguintag“, einer Band mit Vorbildern wie Frank Zappa und John Zorn, die es, wie Martin berichtete, als ihre Pflicht ansah, noch jedes verfügbare 32tel auszufüllen. Martin gefiel es, und ich hätte sie gerne einmal gesehen. Das erste Mal trafen wir uns bei „Grand Slam“. Ein Versuch, bis zu 7 Personen unter einen etwas zu dünn geratenen Rock-Hut zu kriegen. Die Songs waren teilweise nicht schlecht, aber leider nicht so gut verpackt. Ein Song überdauerte: „Der Killer Blues“, ein Song über die letzten 10 Minuten eines Berufskillers, wurde bei TEASERAMA 1 ein gefeierter Live-Killer. Der Song dauerte nicht selten bis zu 15 Minuten, in denen das Publikum ein packendes Shortplay erlebte.

TEASERAMA zum Zweiten:
Wolf und die Gitarre:
„Ich habe immer schon eher die Primaten-Gitarre als den Paganini gespielt. Das war anfangs schmerzhaft verunsichernd, barg aber unerwartete Chancen, die ich in dieser Form dann bei der neuen TEASERAMA-Formation nutzte. Einfachheit war der Schlüssel.“
Es ist April – ein Jahr nach dem Zusammenbruch von TEASERAMA. Die Wunden sind geleckt, ich und Martin beschließen die Öffnung eines neuen Kapitels. Songs gibt es genug, um auch neue Richtungen einzuschlagen. TEASERAMA ist tot, es lebe TEASERAMA, es lebe die Leidenschaft, der Popsong mit Klasse, der Überraschungen verspricht. Und einhält.
Auftritt Gabi Mehlitz, die Chemie stimmt, die Band ist vollständig, die Richtung klar. Es sollte in dieser Dreierformation aus dem Minimum das Maximale herausgeholt werden. Kein Verstecken mehr hinter ambitionierten Gitarristen und cleveren Bläser- und Keyboard-Arrangements.
Es folgen Auftritte in verschiedenen Berliner Clubs, bei denen das neue Material getestet wird. Veränderung – gehasst und geliebt – ist der Motor im Programm von TEASERAMA. Wir lieben unsere Musik. Wir erwarten die Geburt jedes neuen Songs mit Staunen, Freude, hitzigen Diskussionen und viel Lachen. Nun ja, meistens ist es so. Nach und nach wächst das Programm und damit auch unsere treue Fangemeinde. Gabi schlägt vor, endlich eine Cd zu machen. Gebrannte Kinder, die wir sind: die Reaktion ist zunächst verhalten. Die Vorstellung jedoch, dieser spannenden Arbeit eine Krone in Gestalt einer Cd aufzusetzen, ist dann aber doch zu verlockend.
Tatsächlich zieht sich die Produktion über ein langes und manchmal nervenaufreibendes Jahr hin. Irgendwann startet der Kampf gegen den Drang, von vorne zu starten, weil alles hoffnungslos veraltet scheint und überarbeitet werden muss. Wir haben uns durchgeboxt, hören den Endmix, und all die Leidenschaft, die uns hierher brachte, ist wieder da.
Das führt uns zu Uwe Lietzow, Der schon für die erste TEASERAMA-Formation ein Demo produzierte. Schon damals war klar, dass sich unsere Wege wieder kreuzen werden. Als Produzent ist er quasi zum 4. Rad des Wagens geworden. Die Studio-Arbeit mit ihm ist ein Spaß und eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
An dieser Stelle sei Tobias Lehmann für seine smarten Gitarrenarbeit bei einigen Stücken und sein unglaubliches Teldex-Studio gedankt, wir haben uns wirklich wohl gefühlt.
Vielen Dank auch an Alex Aldenhoff, die uns bei den Chören unter die Arme gegriffen hat. Alex, die Arbeit mit dir hat großen Spaß gemacht!
And last but not least: Gabi und Martin, danke für euren unermüdlichen Glauben an TEASERAMA, dass ich in den letzten Jahren mit euch und auch durch euch so wachsen und gedeihen konnte und dass die ganze TEASERAMA-Idee sich so entwickeln konnte.
DANKE!

TEASERAMA – LIVE, das ist auch immer wieder der Einsatz von wohl ausgesuchten Grooves bei Coverversionen von B.Spears, D. Bowie, über Sting bis Jeff Buckley, die mit Liebe dekonstruiert werden. Auf der Bühne werden sie liebevoll ins Programm eingewoben und entsprechend gefeiert.
TEASERAMA 07
Wünsche, Hoffnungen und ihre hörenswerte Materialisierung: Unsere Cd. Ein Baby. Wie geht es weiter? Als erstes feiern wir die Geburt mit einem Konzert am 32. 8. im Rickenbacker’s. Fortsetzung folgt.


W.Schilhab, Juli 2007

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